Mai - 27 - Samstag

Du aber steh jetzt still, dass ich dich das Wort Gottes hören lasse.
1. Samuel 9,27

Inmitten ausgedehnter Wälder in Amerika lebte eine tüchtige Siedlerfamilie. Ihr Blockhaus stand am Waldesrand. Eines Abends, als der Mann und die Kinder sich schon zur Ruhe gelegt hatten, war die Frau noch mit Vorbereitungen für den nächsten Tag beschäftigt. – Vorbereitungen für die Ewigkeit hatte sie bis dahin noch nicht getroffen. Zwar wusste sie, dass sie Christus als ihren Retter brauchte, aber die Entscheidung, Ihn wirklich in ihr Leben aufzunehmen, hatte sie bisher aufgeschoben.

Jetzt holte sie aus der Scheune Holzspäne für das Feuer im Herd. Als sie über den Hof zur Küche zurückkehrte, bemerkte sie plötzlich, wie vom Wald her ein mächtiger Jaguar mit großen Sprüngen auf sie zukam. Sie ließ den Korb fallen und rannte zur Haustür, die zum Glück noch offen stand. Es gelang ihr gerade noch, die Tür hinter sich ins Schloss zu werfen, als auch schon der Jaguar dagegenprallte und – von der Wucht des Aufpralls benommen – niedersackte.

Vom Lärm geweckt, stürzte der Mann aus der Schlafkammer und sah seine Frau am Boden liegen. Durch das Fenster erblickte er den Jaguar, der sich gerade wieder aufrichten wollte. Schnell griff er zur Büchse und erschoss das Raubtier.

Inzwischen hatte sich die Frau ein wenig von dem Schock erholt. Und doch war sie keineswegs beruhigt: Ihr Gewissen war erwacht; sie wusste, dass sie nicht bereit gewesen war, vor den Richterstuhl Gottes zu treten. Deshalb zog sie sich in eine stille Ecke zurück, sank auf die Knie und bekannte Gott ihre Lebensschuld.

Das besondere Ereignis hatte dazu geführt, dass sie endlich „stillstand“, um das Wort Gottes zu hören und zu befolgen.